Fassade des Wohnhauses von E.T.A. Hoffmann (Bildmitte), Foto: Gerhard Hagen © Museen der Stadt Bamberg

E.T.A. Hoffmann-Haus

Happy Birthday E.T.A.!

Am 24. Januar 1776 wurde er geboren! Wir verdanken ihm sprechende Hunde, gebildete Katzen, mörderische Mäuse und unzählige Heldinnen und Helden auf der Suche nach dem Glück zwischen Alltag und Fantastik. Und wir wollen ihn feiern: den Schriftsteller, Komponisten, Zeichner, Juristen und Lebenskünstler E.T.A. Hoffmann. Hoch soll er leben - auch noch in 250 Jahren! Auf Hoffmann und das Hoffmanneske!

Großes bundesweites Programm zum 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann im Jubiläumsjahr

Veranstaltungen in Bamberg

In Bamberg wird das schmale Haus am Schillerplatz, in dem E.T.A. Hoffmann während seiner Bamberger Jahre wohnte, seine Türen leider erst nach dem Ende des Gedenkjahres wieder öffnen, da die Arbeiten zur Sanierung und Neugestaltung noch nicht abgeschlossen sind. Um diese Lücke zu überbrücken, beteiligen sich zahlreiche Bamberger Institutionen am diesjährigen Jubiläumsprogramm.

Im städtischen E.T.A. Hoffmann-Theater findet am 24. Januar 2026 unter dem dem Titel Des Kapellmeisters Johannes Kreislers musikalische Leiden die Auftaktveranstaltung zum Gedenkjahr statt. Am gleichen Tag wandelt das Brentano-Theater auf den Spuren des Romantikers durch den Hainpark, wo ein Denkmal an Hoffmanns fiktive Begegnung mit dem Hund Berganza erinnert. Bei den Bamberger Kurzfilmtagen (26. Januar bis 1. Februar) geht es unter anderem um Hoffmanns Kater Murr und die schönen Augen der Puppe Olympia. Am 20. März gestalten beim Bamberger Literaturfestival Schülerinnen und Schüler des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums einen Hoffmann-Abend mit dem Schriftsteller Nevfel Cumart. Über das ganze Jahr hinweg stehen im Bamberger Marionettentheater Inszenierungen von Der Sandmann und Der goldne Topf auf dem Spielplan. Mit mehreren Vorträgen beteiligt sich die Volkshochschule Bamberg Stadt am Veranstaltungsreigen. Weitere Angebote der  Stadtbücherei, Musikschule und der freien Kulturszene Bambergs sind in Vorbereitung. Aktuelle Informationen über diese und weitere Veranstaltungen bietet der Bamberger Kulturkalender.

Im Historischen Museum Bamberg kann man in der Ausstellung Wünsch dir was! Make a Wish! noch bis zum 22. März 2026 den originalen Türknauf bestaunen, der E.T.A. Hoffmann zur Figur des Apfelweibla in Der goldne Topf inspirierte. Gezeigt werden auch Collagen des Künstlers Gerhard Böhm aus dem Jahr 1967. Führungen, Vorträge und andere Events begleiten die Ausstellung. Ab 22. Januar 2026 wird im Foyer des ETA Hoffmann Theaters Bamberg die Ausstellung Hoffmanns Lebenselixiere. E. T. A. Hoffmann in satirischer Zeichnung und Grafik des Künstlers Rainer Ehrt gezeigt.

Die Staatsbibliothek Bamberg, deren hochrangige Hoffmann-Sammlung sich den Beständen der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft und einer jahrzehntelangen intensiven Sammeltätigkeit verdankt, präsentiert vom 14. September bis zum 5. Dezember 2026 eine Auswahl von Übersetzungen und illustrierten Ausgaben von Hoffmanns Werken. Nachgezeichnet werden soll einerseits die internationale Rezeption, die in Russland, Frankreich und Italien schon kurz nach Hoffmanns Tod sehr intensiv einsetzte. Zu sehen sein werden daneben eindrückliche visuelle Umsetzungen von Hoffmanns Erzählungen in der modernen Buchkunst und freien Graphik.


Veranstaltungen in Berlin

In Berlin eröffnen Mitglieder der Gesellschaft das Gedenkjahr am 24. Januar 2026 um 15 Uhr mit einer feierlichen Libation am Grab des Dichters, bei der ein Glas Wein auf den Romantiker erhoben und auf seinem Grab vergossen wird.

Die Staatsbibliothek mit ihrer bedeutenden Hoffmann-Sammlung bietet den passenden Rahmen für größere Aktivitäten. Am 26. Februar 2026 trifft man sich um 18 Uhr in den Sonderausstellungsräumen im Stabi-Kulturwerk Unter den Linden bei der Eröffnung der Ausstellung Inventing E.T.A. Hoffmann. Kuratiert von Dennis Schäfer, der im August 2025 als Stipendiat an der Staatsbibliothek forschte, bietet die Schau bis zum 17. Mai einen Einblick in die vielfältige Buchkultur, die den Schriftsteller Hoffmann immer wieder neu erfindet. Einzigartige Illustrationen und Künstlerbücher sind zu sehen, Geschichten des Exils und des Verlusts werden erzählt und anhand des Kater Murr Ursprünge des „cat content“ aufgedeckt. Parallel dazu zeigt die von Martina Wernli und Esther Köhring konzipierte Ausstellung Was lesen? oft übersehene Autorinnen wie Sophie Tieck und Dorothea Schlegel. Ins Gespräch mit den Kuratorinnen und Kuratoren kann man am 4. März 2026 um 18 Uhr im Theodor-Fontane-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden kommen. Unter dem Titel (Breiter) Kanon im Kulturwerk sollen die Spannungen (aber auch die Anknüpfungspunkte) zwischen den beiden Ausstellungen erörtert werden und eine Diskussion über Ausschlüsse, Auffindbarkeit und Literaturgeschichte von gestern und heute angestoßen werden.

Auch andere Berliner Institutionen beteiligen sich mit Vortragsveranstaltungen am Programm des Gedenkjahrs. So spricht unser Vizepräsident Jörg Petzel am 19. März 2026 in der Mendelssohn-Remise über E.T.A. Hoffmann und die Juden sowie bei der Frühjahrsakademie des Deutsch-Russischen Forums (8.-11. April 2026), die sich mit dem Thema E.T.A. Hoffmann 250. Das fantastische Erbe des Universalkünstlers der Romantik beschäftigen wird, über E. T. A. Hoffmanns literarisches Werk: Wechselwirkung zwischen Fantastischem und Wirklichkeit. Für weiterführende Informationen wenden Sie sich bitte an die Veranstalter. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2026.

Einen Höhepunkt in den Jubiläumsaktivitäten wird sicher die Jahrestagung der E.T.A.Hoffmann-Gesellschaft bilden, die vom 29. bis 30. Oktober 2026 in der Staatsbibliothek Unter den Linden stattfindet. Im Mittelpunkt steht eine weniger bekannte Erzählung E.T.A. Hoffmanns, das Märchen Das fremde Kind. Auch die Bamberger Autorin Nora Gomringer wird mitwirken. Merken Sie sich den Termin schon einmal vor!


Andere Orte

Noch bis zum 26. Januar 2026 ist in Bayreuth eine Ausstellung mit Graphiken zu E.T.A. Hoffmann des oberfränkischen Künstlers Stephan Klenner-Otto zu sehen.

Am 28. Januar 2026 findet um 18:30 Uhr Ein Abend für E.T.A. Hoffmann anlässlich seines 250. Geburtstages mit Vortrag und Lesung von Bernd Hesse und Jörg Petzel im Ostpreußischen Landesmuseum Lüneburg statt.

Am 27. Juni 2026 zeigt das Kunsthaus Müller, Markt 6, 07343 Wurzbach OT Wurzbach von Stephan Klenner-Otto E.T.A. Hoffmann. Bilder und Gedichte.

Konzert mit Werk von ETA Hoffmann

3. Konzert in der Reihe 15. Musikfest UNERHÖRTES MITTELDEUTSCHLAND

Sonntag, 28. Juni 2026, 17 Uhr

08258 Markneukirchen, Bienengarten 2, Musikinstrumenten-Museum

Isabelle Chenot (Flöte), Markus Händel (Violoncello), Gilad Katznelson (Hammerklavier)
Unerhörte Trios und Duos – Romantisches Schäferstündchen
mit Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Trio E-Dur (1809)

 

Internationale Aktivitäten

Online-Forschungskolloquium

Am 5. März 2026 findet auf Zoom ein Online-Kolloquium zum Thema „Revisiting E.T.A. Hoffmann. Interdisziplinäre Perspektiven des 21. Jahrhunderts“ statt. Das Kolloquium richtet sich vorwiegend an Nachwuchsforschende.

Die Beiträge sollen sich kritisch mit Hoffmann im Hinblick auf neue theoretische Rahmenbedingungen, interdisziplinäre Methoden und globale Kontexte auseinandersetzen. Die Veranstaltung versteht sich als interdisziplinär; Vorgesehen sind Beiträge aus der Literaturwissenschaft, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaft sowie angrenzenden Disziplinen.

Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an den Organisator Dr. Sahib Kapoor.

Call for papers

Workshop in Plovdiv, Bulgarien

Vom 25. bis zum 28. März 2026 findet in Plovdiv ein Seminar zum Thema „E. T. A. Hoffmanns Bilder heute“ statt. Das Ziel ist es, ein Netzwerk für interdisziplinäre Romantikforschungen aufzubauen. Es gibt auch die Möglichkeit für Veröffentlichungen.

Ort: Universität Plovdiv Paisii Hilendarski, Plovdiv, Bulgarien

Sprachen: Deutsch oder Englisch

Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an die Organisatorin Assoc. Prof. Dr. Svetla Cherpokova.

Die Veranstaltung wird im Rahmen des Projekts BG-RRP-2.004-0001-C01 Digital sustainable ecosystems technological solutions and social models for ecosystem sustainability (DUEkoS) finanziert.

Call for papers

Tagung in Oxford, Großbritannien

Am St Peterʼs College in Oxford veranstalten Joanna Neilly (Oxford) und Eleoma Bodammer (Edinburgh) am 16. und 17. Juli 2026 eine Tagung mit dem Titel „E. T. A. Hoffmann and Other Bodies„. Erörtert wird ein breites Themenspektrum – von Automaten und Künstlicher Intelligenz bis hin zur Wahrnehmung und Marginalisierung von Tier- und Menschenkörpern. Auch ein Projekt zum „Storytelling in Virtual Environments” wird vorgestellt.

Bei Interesse an einer Teilnahme wenden Sie sich bitte an die Organisatorin Dr Joanna Neilly.

Derzeit wird das E.T.A. Hoffmann-Haus saniert. Die Wiedereröffnung ist nach 2026 vorgesehen.

E.T.A. Hoffmann (1776–1822) war Schriftsteller, Komponist, Zeichner, Karikaturist und ausgebildeter Jurist. Er ist der wohl bekannteste Erzähler der deutschen Romantik. Das E.T.A. Hoffmann-Haus in Bamberg ist weltweit das einzige Museum für den multitalentierten Künstler.

In Hoffmanns Bamberger Zeit fällt insbesondere der Beginn seiner literarischen Karriere: mit der Veröffentlichung der Erzählung Ritter Gluck in der Allgemeinen Musikalischen Zeitung (1809). Neben dem Ritter Gluck entstanden in dieser Zeit weitere Texte der später vier Bände füllenden Fantasiestücke in Callots Manier (1814/15). Kaum ein anderes Buch der Romantik war so erfolgreich und literarisch einflussreich wie Hoffmanns in Bamberg publizierter Erzählband. Innerhalb kurzer Zeit machte es seinen Autor zu einer europäischen Berühmtheit.

Der vor knapp 250 Jahren geborene Autor gab der Kunst des Erzählens eine neue Wendung. Seine Literatur, die Reales und Fantastisches zusammenführt wie keine vor ihm, ist zugleich Verzauberung und Entzauberung der Welt. Indem Hoffmann märchenhafte Elemente mit scharfen Diagnosen seiner Gegenwart verband, traf er nicht nur den Nerv seiner Zeit. Sein Blick auf Kunst, Natur und Technik, seine Schilderung der Schrecken und Verheißungen der Zivilisation, hat uns auch heute noch viel zu sagen.

Das Bamberger Haus am heutigen Schillerplatz 26, in dem Hoffmann von 1809 bis 1813 lebte, hat sich als einzige Wohnstätte des an vielen Orten tätigen Künstlers erhalten. Die bis heute anhaltende nationale und internationale Rezeption des Dichters macht das E.T.A. Hoffmann-Haus in Bamberg zu einem herausragenden Ort der Weltliteratur.

Aktuell wird das über 250 Jahre alte Wohnhaus saniert. Nach der Wiedereröffnung wird das Museum eine neue Dauerausstellung sowie Wechselausstellungen zu E.T.A. Hoffmanns Werk und zur Welt der Romantik bieten.

Neuer Kurator an Bord

Das E.T.A. Hoffmann-Haus hat einen neuen Kurator: Martin Habermeyer hat Anfang August 2025 seinen Dienst angetreten. Damit führt er die Aufgabe von PD Dr. Roman Gibhardt fort, der an das Goethe Museum nach Düsseldorf wechselte. Für Martin Habermeyer ist Bamberg allerdings kein Neuland.

Die Faszination für E.T.A. Hoffmann und seine fesselnden Traumwelten zwischen Wirklichkeit und Fantastik begleitet Martin Habermeyer bereits seit seiner Jugend: Geboren und aufgewachsen in Neuburg an der Donau, lebt er seit 2008 in der Domstadt. An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg studierte er Germanistik, Kulturgutsicherung und Kunstgeschichte mit einer Abschlussarbeit zur Visualität in E.T.A. Hoffmanns „Die Serapionsbrüder“. Es folgte der Master in Literatur und Medien, unter anderem mit dem Thema „Nostalgie in Film und Literatur als Forschungsschwerpunkt“. Die Studienjahre bedeuteten auch erste Schritte in Richtung musealer Arbeit, etwa durch einen Praktikumsaufenthalt am Filmmuseum München.

Für Dr. Fabian Ludovico, den Direktor der Museen der Stadt Bamberg, ist Martin Habermeyer ein großer Gewinn für das Team: „Durch sein Studium verfügt er über ein fundiertes Fachwissen zu E.T.A. Hoffmanns Werk und aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten und Erfahrungen bringt er ganz neue Blickwinkel auf dieses mit. Wir freuen uns sehr, ihn nun an Bord zu haben. Mit seiner Expertise wird er die unterschiedlichen Projekte der Museen als Kurator sehr bereichern.“

Zu Martin Habermeyers vielfältigen Tätigkeiten zählt etwa das Theater: 2012 begann er seine freiberufliche Schauspielarbeit und hat sich seitdem fest in der Bamberger Kulturszene etabliert. Dabei hatte Martin Habermeyer neben eigenen Theaterprojekten und Lesungen regelmäßige Engagements bei der Theaterwerkstatt Haßfurt, der Landesbühne Oberfranken oder der Bühne für Menschenrechte.

Als Schauspieler kann man ihn in Bamberg darüber hinaus in zahlreichen Produktionen des Theaters im Gärtnerviertel (TiG) sehen. 2014 gehörte Martin Habermeyer zu den Gründungsmitgliedern des TiG und hat seit Juli 2025 den Ersten Vorsitz inne. Zudem ist er seit 2012 Ensemble- und Vereinsmitglied der Bamberger Gassenspiele, die zu theatralen Stadtführungen durch das Welterbe einladen.

Mit E.T.A. Hoffmann verbindet Habermeyer auch der Schauspielberuf: 2024 lieh er in der Produktion „Der goldne Topf“ des Bamberger Marionettentheaters dem Anselmus seine Stimme. Für die Städtische Musikschule moderierte er in der Konzert- und Kongresshalle das Eröffnungskonzert des 47. Musikschultages in der Rolle des E.T.A. Hoffmann.

Zuletzt arbeitete Martin Habermeyer auch im pädagogischen Bereich: Zwischen 2020 und 2025 war er Mitarbeiter mit Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Theaterpädagogik an der Grund- und Mittelschule Altenburgblick Stegaurach. 2018 bis 2022 leitete er integrative Orientierungskurse für Geflüchtete für die vhs Bamberg-Land und arbeitete ferner als DaZ-Dozent, etwa im Auftrag des Akademischen Auslandsamtes oder im Bereich Theaterpädagogik für die Uni Bamberg.

Nun ergänzt Martin Habermeyer als neuer Kurator für das E.T.A. Hoffmann-Haus und wissenschaftlicher Mitarbeiter das Team der Museen der Stadt Bamberg. „Ich bin voller Vorfreude auf die neuen Aufgaben in einem so schönen Arbeitsumfeld. Insbesondere freue ich mich darauf, meine Erfahrungen zu E.T.A. Hoffmann und die Begeisterung für das komplexe Werk des Multitalents im musealen Bereich vermitteln zu können“, betont Habermeyer. Er habe als Schauspieler, Wissenschaftler und Pädagoge einen dreifachen Blick auf den vielfach begabten Künstler entwickelt und hoffe, dadurch neue Perspektiven auf Hoffmann und sein Werk eröffnen zu können.

Martin Habermeyer wird die Sanierung des E.T.A. Hoffmann-Hauses und die Neuausrichtung der musealen Gestaltung von nun an begleiten und damit die kuratorische Aufgabe seines Vorgängers fortsetzen: „E.T.A. Hoffmann verglich die Überschreitung von Realität zur Fantastik einmal mit einer Himmelsleiter, auf der man immer weiter nach oben klettert. Ich wünsche mir, dass die zukünftigen Besuchenden des E.T.A. Hoffmann-Hauses, den Alltag hinter sich lassend, beim Durchlaufen der Museumsräume Schritt für Schritt eintauchen können in die ,phantastischen Zauberreiche‘ zu Hoffmanns Leben und Werk.“