Historisches Museum

„Gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

6. bis 28. Juni 2026

"Wir brechen das Schweigen um die Verfolgung queerer Menschen durch das NS-Regime."

Unter diesem Leitsatz hat der CSD Bamberg e.V. die Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld nach Bamberg geholt.

Eröffnung Samstag, 6.6.26  | 11 Uhr

Die Museen der Stadt Bamberg freuen sich sehr, im Historischen Museum die Wanderausstellung „Gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld präsentieren zu können. Die Ausstellung widmet sich der Verfolgung, Ausgrenzung und den Lebensrealitäten queerer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus und macht ein lange vernachlässigtes Kapitel der Geschichte für ein breites Publikum sichtbar.

Unter dem Leitsatz „Wir brechen das Schweigen um die Verfolgung queerer Menschen durch das NS-Regime“ wird die Wanderausstellung der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld vom CSD Bamberg e.V. nach Bamberg geholt. Damit verbinden sich Erinnerungskultur, gesellschaftliche Verantwortung und der Anspruch, queere Geschichte sichtbarer zu machen. Die Ausstellung knüpft zugleich an ein erinnerungspolitisches Signal an, das am 27. Januar 2023 im Deutschen Bundestag gesetzt wurde, als erstmals auch die queeren Opfer des Nationalsozialismus ausdrücklich in den Fokus des Gedenkens gerückt wurden. Sie verdeutlicht, dass die systematische Ausgrenzung und Verfolgung zwischen 1933 und 1945 nicht nur individuelle Schicksale betraf, sondern auch soziale Strukturen, Lebensentwürfe und kulturelle Räume queerer Gemeinschaften nachhaltig zerstörte.

Anhand von historischen Dokumenten, Fotografien, Grafiken und zeitgenössischen Zitaten eröffnet die Ausstellung vielschichtige Einblicke in unterschiedliche Lebensrealitäten. Dabei steht nicht allein die Erfahrung von Verfolgung und Gewalt im Mittelpunkt, sondern ebenso Fragen nach Selbstbehauptung, Eigensinn und Handlungsspielräumen unter extremen Bedingungen. Die Ausstellung macht deutlich, wie vielfältig Lebenswege trotz massiver Repression waren und welche Spuren diese Geschichte bis in die Gegenwart hinterlassen hat.

Die Ausstellung ist in fünf thematische Bereiche gegliedert, die sich mit der Zerstörung queerer Infrastrukturen, der Ausgrenzung und Verfolgung im NS-Staat, Formen der Selbstbehauptung und des Eigensinns, verschiedenen Haftgründen und Haftorten sowie der Zeit nach 1945 befassen, in der Verfolgung, Nachwirkungen und neue gesellschaftliche Perspektiven sichtbar werden.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Samstag, den 6. Juni 2026, um 11 Uhr im Historischen Museum Bamberg statt. Die Ausstellung ist anschließend von Dienstag bis Sonntag jeweils von 11 bis 17 Uhr geöffnet. An den Wochenenden ist der Eintritt kostenfrei über den Seiteneingang hinter der Calderon-Bühne möglich, verbunden mit einer Spendenempfehlung in Höhe von 5 bis 10 Euro, während von Dienstag bis Freitag der reguläre Museumseintritt gilt.

Die Ausstellung versteht sich als Beitrag zur historischen Aufarbeitung und als Einladung zur Auseinandersetzung mit Erinnerung, Verantwortung und gesellschaftlicher Gegenwart. Sie macht deutlich, dass die Beschäftigung mit der Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus nicht nur ein Blick in die Vergangenheit ist, sondern auch eine Frage gegenwärtiger demokratischer Kultur – und dass Schweigen darüber keine Option ist.

Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2023 im Deutschen Bundestag standen erstmals die queeren Opfer im Fokus. Die historisch-dokumentarische Ausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 19331945“ knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an und macht das Thema der Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen in den Jahren 1933–1945 nun einem breiten Publikum zugänglich.

Die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933–1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen sowie aktuelle Forschungsergebnisse.
Die Ausstellung macht deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Sie beleuchtet gleichzeitig, wie verbliebene Handlungsspielräume im Alltag genutzt wurden. Erzählt werden keineswegs nur Verfolgungsgeschichten, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität.

Weitere Infos zu der Wanderausstellung finden Sie auf der Webseite der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Ort: Historisches Museum Bamberg, Domplatz 7, 96049 Bamberg
geöffnet: Dienstag bis Sonntag 11–17 Uhr

Samstags und sonntags besteht kostenfreier Eintritt über den Seiteneingang hinter der Calderon Bühne (ausgeschildert)
Spendenempfehlung 5–10 Euro 

Unter der Woche (Di–Fr) können Besucher*innen des Historischen Museums die Ausstellung zum regulären Museumseintritt besichtigen.