Historische Museum in der Alten Hofhaltung am Domplatz.

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E.T.A.-Hoffmann-Haus: Bund fördert die Sanierung mit 2,55 Millionen Euro

2. Februar 2026

Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann übergibt Förderscheck an OB Andreas Starke

Ein bedeutender Schritt für die Zukunft eines außergewöhnlichen Kulturortes: Für die Sanierung und Neukonzeptionierung des E.T.A.-Hoffmann-Hauses in Bamberg ist am Montag offiziell der Förderbescheid des Bundes übergeben worden. Im Beisein zahlreicher Projektbeteiligter überreichte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sabine Poschmann, den Förderscheck über 2,55 Millionen Euro an Oberbürgermeister Andreas Starke. „Im Jubiläumsjahr von E.T.A. Hoffmann können wir starten, das ist eine gute Nachricht für die Kulturstadt Bamberg“, sagte OB Starke.

Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ (SJK), das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) verantwortet und über das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) abgewickelt wird. Dazu Sabine Poschmann, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen: „Das E.T.A. Hoffmann Haus in Bamberg ist ein echtes Kulturgut. Ich freue mich sehr, dass wir es mit einer Förderung von 2,55 Millionen Euro durch das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ unterstützen können. Das ist ein wichtiger Schritt, um das Gebäude fit für die Zukunft zu machen, es barrierefrei, energieeffizient und einfach zugänglich für alle zu gestalten. Bauen heißt eben nicht immer nur „Neubauen“. Wir müssen auch das erhalten, worauf wir stolz sind und was uns zusammenhält. Ich danke allen Beteiligten für ihr persönliches Engagement und wünsche eine erfolgreiche und schnelle Umsetzung dieses wichtigen Projekts.“
 

OB: „Ein lebendiger Ort für Bildung, Austausch und Kultur“

Oberbürgermeister Andreas Starke betonte die herausragende Bedeutung des Projekts: „Das E.T.A. Hoffmann-Haus ist ein Juwel und ein wichtiger Bestandteil unserer Kulturlandschaft. Mit der Sanierung schaffen wir in historischen Mauern ein modernes Literaturmuseum von überregionaler Ausstrahlung. Wir bewahren nicht nur ein Denkmal, sondern entwickeln einen lebendigen Ort für Bildung, Austausch und kulturelle Teilhabe. Mein großer Dank gilt dem Bund, aber auch den anderen Fördermittelgebern für die großzügige Unterstützung. Die Förderzusagen fallen passenderweise in das Jahr 2026, in dem wir bundesweit und besonders auch in Bamberg den 250. Geburtstag E.T.A. Hoffmanns feiern.“

Insgesamt belaufen sich die Investitionen für Sanierung und museale Ausstattung auf 4,3 Millionen Euro. Neben dem Bund (2,55 Millionen Euro) fördern auch die Oberfrankenstiftung (645.000 Euro) und die Bayerische Landesstiftung (120.000 Euro) das Projekt. Auch die Stadt Bamberg beteiligt sich mit 430.000 Euro an den Kosten, so dass ein Eigenanteil von 555.000 Euro für die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg bleibt, die Eigentümerin des Gebäudes ist. Für die museale Ausstattung sind davon 900.000 Euro vorgesehen. Die Fördermittel sind bis Juni 2029 bewilligt. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Mitte/Ende April 2026 beginnen und etwa 18 Monate dauern, so dass im vierten Quartal 2027 die museale Ausstattung eingebracht werden kann. Somit ist für die Fertigstellung insgesamt mit knapp zwei Jahren zu rechnen.
 

Ein authentischer Ort der Romantik

Das schmale Haus am Schillerplatz 26 ist ein authentischer Erinnerungsort: E.T.A. Hoffmann und seine Frau Thekla Michalina, genannt Mischa, lebten hier während der Bamberger Jahre von 1809 bis 1813. Seit Jahrzehnten wurde das Gebäude museal genutzt – betreut von der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft und zuletzt von der Stadt Bamberg. 2017 erwarb die Stiftung Weltkulturerbe Bamberg die stark sanierungsbedürftige Immobilie. Im Herbst 2022 beschlossen Kuratorium und Vorstand der Stiftung die umfassende Sanierung sowie eine konzeptionelle Neuausrichtung des Museums.

Nach der Wiedereröffnung wird das E.T.A. Hoffmann-Haus als einziges Museum für diesen einflussreichen Erzähler, Komponisten und Mehrfachkünstler neu aufgestellt. Geplant sind barrierefrei zugängliche, ganzjährig geöffnete Flächen für eine neue Dauerausstellung sowie Wechselausstellungen zu Hoffmanns Werk und zur Welt der Romantik. Auch ein umfassendes Angebot zur kulturellen Bildung ist vorgesehen.  Die museale Gestaltung geschieht in Zusammenarbeit mit der Designagentur whitebox aus Dresden unter der Federführung von Christian Frommelt und Katharina Schumann.
 

„Anziehungskraft für nationales und internationales Publikum“

„Wir planen ein innovatives, multimediales Museum, in dem man die Komplexität von E.T.A. Hoffmann als Schriftsteller, Komponist, Zeichner und Jurist mit allen Sinnen nachempfinden kann. Das ehemalige Wohnhaus des Künstlers als Ort von literarischem Weltrang soll eine Begegnungsstätte mit Anziehungskraft für nationales und internationales Publikum sein“, sagt Kurator Martin Habermeyer.

Dr. Fabian Ludovico, Direktor der Museen der Stadt Bamberg, merkt dazu an: „Das E.T.A.-Hoffmann-Haus ergänzt das breite museale Spektrum der Museen der Stadt Bamberg um die hier so bedeutende Facette der Literatur und bietet so die Möglichkeit, unseren Gästen ein interessantes und vielseitiges Angebot zu machen.“

Die museale Konzeption geschieht in inhaltlichem Austausch mit der Staatsbibliothek Bamberg unter der Leitung von Prof. Dr. Bettina Wagner, Präsidentin der E.TA. Hoffmann-Gesellschaft. In der Staatsbibliothek befindet sich die international bedeutende Hoffmannsammlung mit Autografen, Grafiken, Fotografien, Erst- und weitere Ausgaben.

Planung und Umsetzung der Sanierung erfolgen durch die Architekten ARGE Rebhan + Jacob. Betreut wird die Maßnahme durch die Stadtbau GmbH Bamberg.