Martin Habermeyer ist neuer Kurator des E.T.A. Hoffmann-Hauses in Bamberg
27. August 2025
E.T.A. Hoffmann (1776–1822) war Schriftsteller, Komponist, Zeichner, Karikaturist und ausgebildeter Jurist. Er ist der wohl bekannteste Erzähler der deutschen Romantik. Das E.T.A. Hoffmann-Haus in Bamberg ist weltweit das einzige Museum für den multitalentierten Künstler, wird allerdings zurzeit saniert. Jetzt hat es einen neuen Kurator: Martin Habermeyer hat Anfang August 2025 seinen Dienst angetreten. Damit führt er die Aufgabe von PD Dr. Roman Gibhardt fort, der an das Goethe Museum nach Düsseldorf wechselte. Für Martin Habermeyer ist Bamberg allerdings kein Neuland.
Die Faszination für E.T.A. Hoffmann und seine fesselnden Traumwelten zwischen Wirklichkeit und Fantastik begleitet Martin Habermeyer bereits seit seiner Jugend: Geboren und aufgewachsen in Neuburg an der Donau, lebt er seit 2008 in der Domstadt. An der Otto-Friedrich-Universität Bamberg studierte er Germanistik, Kulturgutsicherung und Kunstgeschichte mit einer Abschlussarbeit zur Visualität in E.T.A. Hoffmanns „Die Serapionsbrüder“. Es folgte der Master in Literatur und Medien, unter anderem mit dem Thema „Nostalgie in Film und Literatur als Forschungsschwerpunkt“. Die Studienjahre bedeuteten auch erste Schritte in Richtung musealer Arbeit, etwa durch einen Praktikumsaufenthalt am Filmmuseum München.
Für Dr. Fabian Ludovico, den Direktor der Museen der Stadt Bamberg, ist Martin Habermeyer ein großer Gewinn für das Team: „Durch sein Studium verfügt er über ein fundiertes Fachwissen zu E.T.A. Hoffmanns Werk und aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten und Erfahrungen bringt er ganz neue Blickwinkel auf dieses mit. Wir freuen uns sehr, ihn nun an Bord zu haben. Mit seiner Expertise wird er die unterschiedlichen Projekte der Museen als Kurator sehr bereichern.“
Zu Martin Habermeyers vielfältigen Tätigkeiten zählt etwa das Theater: 2012 begann er seine freiberufliche Schauspielarbeit und hat sich seitdem fest in der Bamberger Kulturszene etabliert. Dabei hatte Martin Habermeyer neben eigenen Theaterprojekten und Lesungen regelmäßige Engagements bei der Theaterwerkstatt Haßfurt, der Landesbühne Oberfranken oder der Bühne für Menschenrechte.
Als Schauspieler kann man ihn in Bamberg darüber hinaus in zahlreichen Produktionen des Theaters im Gärtnerviertel (TiG) sehen. 2014 gehörte Martin Habermeyer zu den Gründungsmitgliedern des TiG und hat seit Juli 2025 den Ersten Vorsitz inne. Zudem ist er seit 2012 Ensemble- und Vereinsmitglied der Bamberger Gassenspiele, die zu theatralen Stadtführungen durch das Welterbe einladen.
Mit E.T.A. Hoffmann verbindet Habermeyer auch der Schauspielberuf: 2024 lieh er in der Produktion „Der goldne Topf“ des Bamberger Marionettentheaters dem Anselmus seine Stimme. Für die Städtische Musikschule moderierte er in der Konzert- und Kongresshalle das Eröffnungskonzert des 47. Musikschultages in der Rolle des E.T.A. Hoffmann.
Zuletzt arbeitete Martin Habermeyer auch im pädagogischen Bereich: Zwischen 2020 und 2025 war er Mitarbeiter mit Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache (DaZ) und Theaterpädagogik an der Grund- und Mittelschule Altenburgblick Stegaurach. 2018 bis 2022 leitete er integrative Orientierungskurse für Geflüchtete für die vhs Bamberg-Land und arbeitete ferner als DaZ-Dozent, etwa im Auftrag des Akademischen Auslandsamtes oder im Bereich Theaterpädagogik für die Uni Bamberg.
Nun ergänzt Martin Habermeyer als neuer Kurator für das E.T.A. Hoffmann-Haus und wissenschaftlicher Mitarbeiter das Team der Museen der Stadt Bamberg. „Ich bin voller Vorfreude auf die neuen Aufgaben in einem so schönen Arbeitsumfeld. Insbesondere freue ich mich darauf, meine Erfahrungen zu E.T.A. Hoffmann und die Begeisterung für das komplexe Werk des Multitalents im musealen Bereich vermitteln zu können“, betont Habermeyer. Er habe als Schauspieler, Wissenschaftler und Pädagoge einen dreifachen Blick auf den vielfach begabten Künstler entwickelt und hoffe, dadurch neue Perspektiven auf Hoffmann und sein Werk eröffnen zu können.
Martin Habermeyer wird die Sanierung des E.T.A. Hoffmann-Hauses und die Neuausrichtung der musealen Gestaltung von nun an begleiten und damit die kuratorische Aufgabe seines Vorgängers fortsetzen: „E.T.A. Hoffmann verglich die Überschreitung von Realität zur Fantastik einmal mit einer Himmelsleiter, auf der man immer weiter nach oben klettert. Ich wünsche mir, dass die zukünftigen Besuchenden des E.T.A. Hoffmann-Hauses, den Alltag hinter sich lassend, beim Durchlaufen der Museumsräume Schritt für Schritt eintauchen können in die ,phantastischen Zauberreiche‘ zu Hoffmanns Leben und Werk.“