Lichtakkord. Andreas Herzau fotografiert die Bamberger Symphoniker
2. Oktober 2026 bis 28. Februar 2027
Der Fotograf Andreas Herzau (1962 – 2024) begleitete die Bamberger Symphoniker über mehrere Jahre, sowohl in ihrer Heimat Bamberg als auch auf mehreren Konzerttourneen. Entstanden ist ein vielgestaltiges Porträt des international renommierten Orchesters. Herzaus Arbeiten zeichnen sich durch ungewöhnliche Perspektiven, das Spiel mit Schärfe und Unschärfe sowie den Wechsel zwischen Farb- und Schwarz-Weiß-Fotografie aus.
Etwas fotografieren, das man nicht sehen kann. Dieser Herausforderung stellte sich Andreas Herzau, als er 2014 der Einladung der Lyrikerin Nora Gomringer folgte, den Jubiläumsband zum 70-jährigen Bestehen der Bamberger Symphoniker zu fotografieren. Von da an begleitete Herzau das Orchester mit seiner Kamera auf Proben, Konzerten und Reisen rund um die Welt.
In seiner Rolle als ‚Hoffotograf‘ des Bamberger Symphoniker unternimmt Herzau den Versuch, „die Seele der Musik in die Seele der Fotografie hinüberzubringen“. Seine Aufnahmen sind folglich weit mehr als eine visuelle Übersetzung des musikalischen Geschehens. Sie überraschen, stellen Fragen und erzählen Geschichten. Sie dokumentieren und interpretieren zugleich, abstrahieren und eröffnen neue Perspektiven auf das Orchester und seine Arbeit.
Präzise Form des Sehens und des Darstellens
Als Bildjournalist erweitert Andreas Herzau die Möglichkeiten der klassischen Reportagefotografie – und überschreitet ihre Grenzen bewusst. Ihm geht es nicht um das vermeintlich objektive Dokument, sondern um eine subjektive, präzise Form des Sehens und des Darstellens. Diese Haltung prägt seine unverwechselbare Bildsprache: extreme Anschnitte, steile Perspektiven, grafisch verdichtete Schwarzweißkompositionen, plakative Farbigkeit sowie das bewusste Spiel mit Auslassungen, mit Tiefen- und Bewegungsunschärfe. Mit diesem fotografischen Vokabular und mit größtmöglicher künstlerischer Freiheit zeigt Herzau die Bamberger Symphoniker von 2014 bis 2023 in ihrer Heimatstadt und auf Tourneen durch Europa und Asien. Nach dem Jubiläumsband entstehen so drei „Bamberg Diaries“, in denen der Alltag des Reiseorchesters fast tagebuchartig festgehalten ist: das Reisen, die Konzerthäuser, die untschiedlichen Stadtlandschaften, die Menschen und natürlich die Konzertauftritte.
Herzaus Fotografien sind verheißungsvoll wie ein Preludio und dramatisch wie ein Finale, sind leidenschaftlich wie ein Appassionato und ruhig wie ein Adagio, sind still wie ein Tacet und gesprächig wie ein Parlando zuweilen lustig wie ein Scherzando und heiter wie ein Allegro. In ihrer ausdrucksstarken Vielfalt feiern sie die Musik ebenso wie die Fotografie.
Erstmals wird seine Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern in einer umfangreichen Ausstellung gewürdigt und mit einem Blick auf die Geschichte der Bamberger Symphoniker, die in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiern, ergänzt. Außerdem wird Andreas Herzaus breites fotografisches Schaffen an weiteren ausgewählten Beispielen vorgestellt.
Die Ausstellung der Museen der Stadt Bamberg entsteht in Kooperation mit der Stiftung F.C. Gundlach in Hamburg, die das Archiv des im Jahr 2024 verstorbenen Fotografen bewahrt, den Bamberger Symphonikern und dem Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg, wo vom 15.12.2026 bis 24.01.2027 ebenfalls eine Auswahl von Herzaus Symphoniker-Fotos gezeigt wird. Die Kooperationspartner planen darüber hinaus ein umfangreiches Rahmenprogramm während der gesamten Ausstellungslaufzeit.
Museen der Stadt Bamberg
Villa Dessauer
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