Finissage: Soliloquio - Heike Baranowsky
Sonntag, 18. Januar 2026, 17–20 Uhr
Mit großem Publikumszuspruch und überregionaler Resonanz geht die Ausstellung Heike Baranowsky – Übersichtsschau aus über drei Jahrzehnten zu Ende. Den Abschluss bildet eine Finissage, die den Kunstverein Bamberg noch einmal als Ort zeitgenössischer, performativer Kunst von internationalem Rang sichtbar macht und ein vielschichtiges Programm bietet, das unterschiedliche Facetten künstlerischer Forschung und Performance vereint.
17:00 Uhr – Lecture Performance: „Soliloquio“ von Heike Baranowsky
Die Lecture Performance verbindet Film, Text und Performance und richtet den Fokus auf Baranowskys zentrale Arbeit „Soliloquio“ (2023), eine Stop-MotionDokumentation der Bewegung des Sonnenlichts in der römischen Kirche Santa Maria degli Angeli. Historische, astronomische und politische Ebenen treffen hier auf persönliche Reflexionen der Künstlerin. Die Arbeit verhandelt Fragen von Wissensproduktion, Forschung und künstlerischer Praxis und macht sichtbar, wie Baranowsky Zeit, Raum und Wahrnehmung in ihrer künstlerischen
Arbeit untersucht.
18:00 Uhr – Sound-Performance: „This Is the Day They Forgot About You“ von Simone Körner & Alessia Gardenal
Dieses interdisziplinäre Sound-Performance-Projekt untersucht Übergangszustände zwischen Leben und Sterben. Ausgangspunkt sind aktuelle biologische Forschungen zu Xenobots und Anthrobotern, die traditionellen Vorstellungen von Körper, Autonomie und Lebensdauer hinterfragen. Ergänzt wird dies durch Pauline Oliveros’ Ansatz des „Quantum Listening“, das Zuhören als körperlich verankerten, relationalen und kollektiven Prozess versteht.
Mit atemgetriebenen Instrumenten, Stimme und performativer Verkörperung verschiedener Charaktere werden lineare Zeitabläufe aufgelöst, Klang fragmentiert, gedehnt und neu organisiert. Raum entsteht als akustisches, atmosphärisches Gefüge, das sich fortwährend verändert. Die Performance eröffnet einen produktiven Zwischenraum, in dem Zuhören, Klang und kollektive Wahrnehmung neu erfahren werden – inhaltlich eine Brücke zu Baranowskys Werk, das ebenfalls Übergänge, Zeitverschiebungen und Unsichtbares thematisiert.
19:00 Uhr – Tape-Komposition: „Spaint Chords“ von und mit Jan St. Werner und Cyrena Dunbar, Michael Akstaller, Rudyard Schmidt, Ruth Rohmer
Jan Werner_Spaint Chords_2024_Foto: Lukas Pürmayr, Jan St. Werner Den Höhepunkt der Finissage bildet Jan St. Werner, international bekannt als Mitbegründer der einflussreichen Elektronikband Mouse on Mars und eine zentrale Figur der internationalen Klang- und Medienkunst. Mit „Spaint Chords“ präsentiert der Kunstverein Bamberg ein Werk von hoher künstlerischer und institutioneller Relevanz, das bereits im Deutschen Pavillon der Biennale Venedig 2022 uraufgeführt wurde und seither an renommierten internationalen Institutionen gezeigt wurde, darunter, Kunsthalle Baden-Baden, Lenbachhaus München und Kunsthaus Nürnberg.In dieser performativen Tape-Komposition werden fünf eigens entwickelte Lautsprecherpaneele von fünf Performer*innen choreografisch durch den Raum bewegt. Kontinuierlich wechselnde Frequenzbänder erzeugen ein dynamisches Klangfeld, in dem der Raum selbst zum aktiven Resonanzkörper wird.
Elektronische Kompositionen von Jan St. Werner verschränken sich mit den instrumentalen Stimmen von Mats Gustafsson (Saxophon), Erwan Keravec (Dudelsack) und Dirk Rothbrust (Schlagzeug). Die Paneele von Michael Akstaller sind integraler Bestandteil des Konzepts, das Komposition als räumlich-körperlichen Prozess erfahrbar macht.
Inhaltlich thematisiert „Spaint Chords“ Übergänge, Schwellen und Grenzerfahrungen zwischen Klang und Stille, Körper und Raum, Individuum und Kollektiv – in enger Verbindung zu den Diskursen des deutschen BiennaleBeitrags „Thresholds“. Die Performance zeigt exemplarisch, wie Klangkunst internationale Relevanz erreicht und zugleich unmittelbar erfahrbar wird.
Eine Ausstellung des Kunstvereins Bamberg e. V.
Stadtgalerie Villa Dessauer, Hainstraße 4a, 96047 Bamberg
Öffnungszeiten: Do-So 12-18 Uhr