Museum auf dem Sofa

Museen inspirieren die Zukunft

Am Sonntag, dem 16. Mai findet der Internationale Museumstag statt, 2021 bereits zum 44. Mal. Rund um den Globus machen Museen an diesem Aktionstag auf die Vielfalt ihrer Sammlungen und Vermittlungsprogramme aufmerksam und zeigen einer breiten Öffentlichkeit, welch unverzichtbaren Beitrag sie zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben leisten.

 

Der Internationale Museumstag wurde 1977 vom International Council of Museums ICOM ins Leben gerufen und hat seitdem immer mehr an Aufmerksamkeit gewonnen. Allein im Jahr 2019 nahmen mehr als 37.000 Museen in rund 158 Ländern und Territorien an der Veranstaltung teil!

Seit 1992 steht der Aktionstag unter einem jährlich wechselnden Motto, das die Vielfalt der Museen spiegelt und aktuelle Themen aufgreift. Das Motto 2021 lautet „Museen inspirieren die Zukunft“.

Dies mag so manchen irritieren, sind doch im allgemeinen Verständnis Museen einzig und allein dazu da, Geschichte zu bewahren. Der Gang durchs Museum erscheint wie eine Zeitreise in die Vergangenheit und nicht wie eine in die Zukunft. Aber Geschichte zu bewahren und zu verstehen ist von entscheidender Bedeutung, wenn wir uns als die Art von mitfühlender und verständnisvoller Gesellschaft weiterentwickeln wollen, die wir uns doch alle erhoffen. Die Rolle, die Museen bei der Entwicklung dieses Ideals spielen können, dürfen wir nicht unterschätzen. Hat doch die COVID-19-Krise mit all ihren Einschränkungen und Unwägbarkeiten, den fehlenden sozialen Kontakten und nicht zuletzt der Schließung der Kultureinrichtungen gezeigt, dass auch Museen eben nicht nur eine „nutzlose Ansammlung alter Dinge“ sind. Sie sind vielmehr ein Raum der Begegnung, sie sind öffentliche Orte einer offenen Gesellschaft und es gilt, ihr kreatives Potenzial als „Motor“ für Erholung und Innovation in der Post-COVID-Ära zu erkennen und zu nutzen!

Wie kreativ Museen aktuelle Themen aufgreifen, beweist die Ausstellung „Tüte um Tüte“ im Historischen Museum. Sie widmet sich der Plastiktüte als kulturgeschichtlichem Objekt, als Symbol unserer Konsumgesellschaft und zeigt auch die damit verbundenen Umweltprobleme wie die Verschmutzung der Meere auf.

Museen gelingt es, kulturelle, politische und interreligiöse Debatten innerhalb der Gesellschaft anzustoßen und deutliche Zeichen gegen den wachsenden Antisemitismus zu setzen. Die Ausstellung „Jüdisches in Bamberg“ beleuchtet nicht nur die Spuren jüdischer Geschichte in der Stadt, sondern zeigt auch deren Relevanz für unsere heutige Gesellschaft auf. Exponate aus allen Lebensbereichen geben einen Einblick in das gesellschaftliche und persönliche Leben der jüdischen Minderheit in der Bamberger Stadtgesellschaft. Geschichte wird hautnah erlebbar und bietet einen Ausgangspunkt für eine vielfältige Auseinandersetzung mit Antisemitismus, Rassismus, Religion und dem Thema Flucht und Asyl aus unterschiedlichen Perspektiven.

Die Museen der Stadt Bamberg werden am Sonntag geöffnet sein, allerdings ohne das umfangreiche Vermittlungsprogramm, mit dem sonst große und kleine Gäste verwöhnt werden. Daher bietet das Historische Museum in Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Kooperationspartner „AGIL-Bamberg erleben“ eine kostenlose Livestream-Führung via Zoom durch diese Ausstellung an. Alles was dafür benötigt wird, ist ein PC oder ein mobiles Endgerät und natürlich ein Internetzugang! Infos und Zugangslink unter https://www.agil-bamberg.de/museumstagL.php

Auch sonst haben sich die Museen der Stadt Bamberg so einiges einfallen lassen – auf Facebook, Instagram oder YouTube gewähren sie einen Blick hinter die Kulissen und ins Depot. Außerdem gibt es an diesem Tag ab 14 Uhr auch akustisch etwas auf die Ohren: „Fenstermusik“! Kennen Sie nicht? Lassen Sie sich überraschen!

Da sag‘ noch einer, Museen wären nicht innovativ…

 

14. Mai 2021