Museum auf dem Sofa

7. Oktober 2020: Lorgnette

1. Hälfte 19. Jh.

Türkis, Jade, Gold

Historisches Museum, Inv. Nr. 1/139

 

„Einmal selbst sehen ist besser als hundert Neuigkeiten hören“, besagt ein japanisches Sprichwort. Doch leider benötigt man oft eine Brille, um etwas genauer betrachten zu können. Passend zur Woche des Sehens wird eine Stielbrille aus dem 19. Jahrhundert in Augenschein genommen. Besonderer Beliebtheit erfreute sich die Sehhilfe bei den Damen ihrer Zeit. Mit dem am Brillengestell angebrachten Griff hielt man sich die Gläser vor die Augen und hatte somit den Super-Durchblick. Aber natürlich wurde dabei auch auf die nötige Eleganz geachtet und die guten Stücke als eigenes Schmuckstück in Szene gesetzt. So ist zum Beispiel der Griff unseres Exemplars dezent ornamentiert sowie mit vier Türkisen und mit einem Jade-Stein besetzt. Am Ende des Stiels ist eine Öse angebracht, an der eine Kette befestigt werden konnte. Dies hatte zwei Vorteile: zum einen war die Lorgnette immer griffbereit und zum anderen konnte man sie so wenigstens nicht verlegen.