Digitales Museum

Eine Hassliebe? Fritz Bayerlein und Bamberg Ihre Meinung ist gefragt!

Wegen seiner idyllischen Bamberger und sonstiger Landschaftsmotive im Stil des späten 19. Jahrhunderts ist der Künstler bei vielen durchaus beliebt. Doch seit Anfang der 1990er Jahre wird in der Presse und im Stadtrat immer wieder heiß über die Gemälde und die Person Fritz Bayerlein, ein bekennendes NSDAP-Mitglied, diskutiert. 

Anlass für diese Auseinandersetzung sind die Landschaftsbilder von 1937 im Großen Sitzungssaal des Bamberger Rathauses Maxplatz. Die 3m x 2m messenden großflächigen Gemälde wurden vom damaligen Bamberger Stadtrat in Auftrag gegeben und der Stadt von Fritz Bayerlein zum Selbstkostenpreis von ca. 2.000 RM überlassen. Sie zeigen Bamberg von der West- und Ostseite. Die Stadtverwaltung gab 1944 ein weiteres Gemälde bei Bayerlein mit dem Titel Arbeit, Heimat, Familienglück und Fruchtbarkeit für den Trauungssaal in Auftrag und bezahlte dafür 10.000 RM. 2020 entschied der Stadtrat mit einer Mehrheit von 27 Stimmen, dass die Bilder abgehängt werden sollen. Sie befinden sich heute in den Depots der Museen der Stadt Bamberg.

Die Diskussion um Fritz Bayerlein und seine Kunst setzt sich dennoch stetig fort. Die Umbenennung des Fritz-Bayerlein-Weges in Bamberg wird erwogen. Es stellen sich Fragen wie: Handelt es sich bei Bayerleins Gemälden um „Nazi-Kunst“? Kann man die Kunst von der Persönlichkeit eines Künstlers trennen? Wie sollen wir mit seinem Nachlass umgehen? Um sich den Antworten annähern zu können, bedarf es einer genaueren Betrachtung der Person Bayerlein.

Das Historische Museum Bamberg bietet die Möglichkeit, sich in einer kleinen Präsentation in der Galerie 100 Meisterwerke über sein Leben und seine Kunst zu informieren. Im Fokus der Sammlungsintervention stehen die Entwürfe Fritz Bayerleins zu Auftragsarbeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus, die sich im Nachlass befinden. Die Präsentation kann eine intensive wissenschaftliche Aufarbeitung des Themas nicht ersetzen. Die Museen möchten einen Denkanstoß geben, indem sie bisher bekannte Informationen, angereichert durch neue Rechercheergebnisse, zur Verfügung stellen und für ein allgemeines Publikum aufbereiten. Zudem haben die Besucherinnen und Besucher im Museum die Möglichkeit, eigene Diskussionsbeiträge zu hinterlassen. Außerdem kann die Präsentation als Reader im Museumsshop erworben werden.

 

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