Digitales Museum

8. September 2021: Gotischer Türstock

Bamberg, 1476

Holz

L 190 cm, B 21 cm, T 13,5 cm

Inv. Nr. 8/33

 

Das Museumsobjekt dieser Woche wird auf das Jahr 1476 datiert und zeigt einen gotischen Türstock mit Schnitzereien. Während diese zum einen den Durchgang durch die Tür kunstvoll umrahmen, geben die anderen Schnitzarbeiten auf beiden Seiten oben weitere Informationen zum Türstock. Gerade die Schnitzerei auf der linken Seite ist bedeutend, da sie das Wappen eines Freiherren von Redwitz zeigt. Hierdurch können Rückschlüsse auf den ursprünglichen Besitzer des Türstocks gezogen werden. Es wurde herausgefunden, dass dieser Türstock erstmals in einem Haus der Familie Redwitz auf dem Gebiet des heutigen Domplatzes verbaut wurde.

Als Material für diese Tür wurde, wie unschwer zu erkennen ist, Holz verwendet, das von einem heute nicht mehr nachweisbaren Bamberger Handwerker dekorativ verarbeitet wurde. Bei den beiden Seitenteilen handelt es sich um Originale, das mittlere Stück ist eine Rekonstruktion des Türgiebels. Durch diese Nachbildung ist zu erklären, warum zwei Holzarten verwendet wurden. Die originalen Seitenstücke sind aus Hartholz hergestellt, während das nachgefügte Giebelstück aus Nadelholz gefertigt ist.

 

P. S. Jocko von Musbam, der kleine eifrige Museums-Schimpanse, hat ebenfalls die gotisch schöne Tür entdeckt und sie sogleich erobert.