Digitales Museum

18. August 2021: Deckelschüssel in Form einer Melone

Straßburg, Paul Hannong, um 1754

Fayence mit Aufglasurfarben

Inv. Nr. L 491

 

Die Fayence-Manufaktur Hannong in Straßburg hat heute ihren dreihundertsten Geburtstag.
Das ist ein Grund zum Feiern und deswegen servieren wir als Augenschmaus diese appetitliche Melone.

Auf einer geschwungenen Platte sitzt die längliche Frucht aus der Familie der Kürbisgewächse mit ihrer charakteristischen gelb-grünen, rauen Schale. Blätter und Stiel biegen sich oben um die Melone.
Auch wenn wir uns auf den ersten Blick vielleicht täuschen lassen, erkennen wir beim zweiten Hinsehen, dass es sich hier um ein Gefäß mit Deckel handelt: Die Naht zwischen Unter- und Oberteil ist zu erkennen, der Stiel kann bequem als Griff benutzt werden. Die Melone selbst sitzt allerdings fest auf ihrer Unterplatte.
Melonen waren im 18. Jahrhundert rar und begehrt, weil sie in Mitteleuropa nicht einfach anzubauen waren.
Solche Gefäße in Form von Früchten waren eine Spezialität der Straßburger Manufaktur. Obwohl sie zum Servieren von Speisen geeignet waren, zog man es doch vor, sie wegen ihrer Kostbarkeit und Empfindlichkeit nicht zu benutzen, sondern sie als Schmuckstücke auf der Festtafel den bewundernden Blicken der Tischgesellschaft darzubieten.
Dieses Exemplar zeichnet sich außerdem durch die feine Blumenmalerei auf der Platte aus. Tulpe und Glockenblume sind nach einem Stich von Jacques Vauquer (Blois 1621­1686 Blois) gemalt.

Wer mehr zur Manufaktur Hannong wissen möchte, erfährt zum dreihundertsten Jubiläum etwas in unserem nächsten Blogbeitrag.