Digitales Museum

11. August 2021: Kindernähmaschine

Firma Schürhoff, 1947–1962

Blech

Inv. Nr. 23/153

 

Dieses Modell einer Schürhoff’schen Kindernähmaschine wurde zwischen 1947 und 1962 aus schwarz lackiertem Blech gefertigt und trägt die Kennziffer 47. Ein aufgemaltes Zierband mit den Farben Rot, Gold bzw. Orange und Weiß schmückt die Kindernähmaschine. Über ein Handrad nimmt die Maschine ihren Betriebt auf.

Bevor auch in dieses Handwerk die Mechanisierung Einzug erhalten hat, wurde lange Zeit noch per Hand genäht. Die ersten belegbaren Funde zum manuellen Nähen reichen tausende von Jahren zurück, als noch Fischgräten, spitze Knochen und Teile von Hörnern zum händischen Nähen dienten. Erst für das 14. Jahrhundert gibt es Belege für aus Eisen hergestellte Nadeln, die man zum Nähen per Hand einsetzte. Somit hat bereits das Nähen mit der Hand, der Vorläufer des maschinellen Nähvorgangs, eine lange Tradition, auf die es zurückblicken kann. Das mechanisierte Nähen wurde im 18. Jahrhundert mittels einer hölzernen Nähmaschine eingeführt, die man für Schuhmacher herstellte. Im weiteren Verlauf der Geschichte vergrößerte und verbesserte sich die Produktpalette rund um die Nähmaschinen immer weiter. So beispielsweise auch durch die im Jahr 1912 gegründete Firma Schürhoff aus Gevelsberg in Westfalen. Rund 35 Jahre nach ihrer Entstehung begann die Firma mit der Produktion von Nähmaschinen, die explizit für Kinder gedacht waren. Genauer gesagt für Mädchen, wie es dem damaligen Rollenverständnis entsprach. Spielzeug war geschlechtsspezifisch, denn Kinder sollten spielerisch an ihre späteren Berufsbilder herangeführt werden. Mädchen konnten auf den kleinen Nähmaschinen Kleider für ihre Puppen nähen.