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Aller Anfang… Museum neu gedacht, damals und heute

Wir sind es gewohnt, ins Museum gehen zu können, wann immer uns danach ist. Ausstellungsbesuche gehören für viele Menschen zu einem Städtetrip oder dem Wochenendprogramm dazu. Es ist jedoch nicht lange her, dass der Besuch eines Museums etwas ganz außergewöhnlich Neues war.

 

Die verborgenen Schätze

Adelige Kunst- und Wunderkammern beherbergten zwar bereits im 16. Jahrhundert wertvolle Gegenstände. Doch sie waren ebenso wenig für jedermann zugänglich, wie die reichen Kunstschätze der Kirchen und Klöster in den Schatzkammern. Doch im Zuge der Aufklärung begannen Bürgerinnen und Bürger im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert Mineralien, Kunstgegenstände und Antiquitäten zu sammeln. Trotzdem war es bis dahin nur Angehörigen und geladenen Gästen vorbehalten, die Schätze zu betrachten.

 

Umbruch vor etwa 200 Jahren

Während der Säkularisation 1802/03 wurden viele geistliche Güter aufgelöst und wertvolle Kunstobjekte standen zum Verkauf. Sie kamen oft in bürgerlichen Besitz und erweiterten deren Sammlungen immens. Die ersten Museumszirkel und Museen im heutigen Sinn entstanden. Neu war, dass sie für Angehörige aller Schichten zugänglich gemacht wurden.

 

Die Wurzeln der Museen der Stadt Bamberg

In Bamberg wurde 1838 mit der Sammlung des Domvikars Joseph Hemmerlein (1766-1838) der Grundstein für die Museen der Stadt Bamberg gelegt. Als Sohn der Malerin Anna Maria Treu (1736-1786) entstammte er der Bamberger Künstlerfamilie Treu. 1838 schenkte Hemmerlein der Stadt ca. 120 Gemälde, die zunächst als „Städtisch-Hemmerlein’sche Gemälde-Gallerie“ in Räumen des im ehemaligen Kloster St. Michael ausgestellt waren. Erweitert wurde diese Sammlung durch 37 Gemälde sowie durch 60 Elfenbein- und Holzschnitzwerke aus dem Erbe des geistlichen Rats Schellenberger und weitere Gemälde aus dem Vermächtnis des Domkapitulars Betz. Somit entstand die „Städtische Kunst- und Gemälde-Sammlung“, welche die Basis für die jetzigen Museen der Stadt Bamberg bildete. Durch weitere Schenkungen und Leihgaben, aber auch durch Ankäufe verschiedenster Kunstwerke und Kulturgüter befinden sich heute im städtischen Besitz etwa 80.000 Objekte, die zum Teil in drei Häusern ausgestellt werden.

 

Museen in Zeiten von Corona

Uns geht es zurzeit wie den einfachen Schichten in der Frühen Neuzeit: Wir können nicht einfach eine Ausstellung besuchen. Aber wir können uns neue Sehgewohnheiten aneignen, denn im Gegensatz zu vor 180 Jahren haben wir heute die Möglichkeit, Online-Angebote der Museen zu nutzen und einen Teil der Sammlung vom Sofa aus zu erkunden.

 

Wir wünschen viel Spaß bei unserem neuen Museumsblog!

 

2. April 2020