Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer

RESPEKT

27. Juli bis 8. September 2013

Große Kunstausstellung des Berufsverbandes Bildender Künstler/innen und Künstler Oberfranken e.V. in der Stadtgalerie Villa Dessauer 2013.

Respekt, ein weites Feld. Ein altmodischer Ausstellungstitel für zeitgenössische Kunst? In einer Zeit, in der die Märkte die Werte zu dominieren scheinen, statt die Werte die Märkte? Genau deswegen ist RESPEKT – in anderen Worten: Achtung, Wertschätzung, Scheu und Rücksicht – eine zeitlose und zugleich hochaktuelle Haltung. Wie es um diese Haltung heute bestellt ist, wo man sie antrifft, wo man sie vermisst, wie modern sie ist – diese Fragen stellen sich die ausstellenden Künstler/innen.

Die Dimension?.... ohne Grenzen!
Authentisch, empathisch, mit aller Kreativität, Vorstellungskraft und einem feinsinnigen Potential leisten die ausstellenden Künstlerinnen und Künstler einen Beitrag zum Bewusstsein. Zu sehen sind Positionen in den verschiedensten Gattungen zeitgenössischer Kunst von Druckgrafik, Malerei, Digitaler Kunst, Kleinplastik, Collagen, über Fotografie bis hin zu Objekt- und Installationskunst.
Die Künstler geben dem Besucher freie Bahn für ureigene, gedankliche Interpretationsexperimente.

Beteiligte Künstler und ihre Werke: 

Eröffnung: Freitag, 26.07.2013, 19:00 Uhr 
Begrüßung: Christiane Toewe, 1. Vorsitzende des BBK Oberfranken
Rahmenprogramm: Petra Feigl - Texteuse/Wortografin/Objektivistin…

Dauer der Ausstellung: 27.7.-8.9.2013
Öffnungszeiten: Di., Mi., Do. 10 - 16 Uhr, Fr., Sa., So. 12 - 18 Uhr
Künstlerführungen: jeden Sonntag um 15 Uhr

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie auch unter www.bbk-bayern.de/obf und auf  www.facebook.com/BBK.obf

Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Oberfranken e.V.
Hainstraße 4a, 96047 Bamberg
Fon 0951-2082488,
mail: oberfranken@bbk- bayern.de
http://www.facebook.com/BBK.obf
Christiane Toewe, 1. Vorsitzende, info@toewe.net
0179-6833067

  • Michaela Schwarzmann
  • Monika Pellkofer-Grieshammer
  • Kerstin Amend-Pohlig
  • Hans Kronenberg
  • Antje Fries

Genähte Papierarbeiten von Michaela Schwarzmann (Eggolsheim) aus der Serie „Gegenseitig“ zeigen filigran Betrachtungsweisen des zwischenmenschlichen Miteinanders: Kinder und Erwachsene, Mann und Frau, Kirche und Welt. Sie stellen die Frage: Wo wird Rücksicht gefordert, jedoch vom Gegenüber nicht eingehalten?

Das Charisma Neuer Welten! Monika Pellkofer-Grießhammer (Ahorntal) inszeniert mit ihren Unikatdrucken der Serie „Hautnah“ Fremdartiges wie unter dem Mikroskop. Zeichen einer anderen Sprache, die sich anfänglich aller Erklärung entziehen, animieren zum genauen Hinsehen. Sie fordern durch den behutsamen Umgang, dem Sich-darauf-einlassen, Achtung vor dem Andersartigen ein.

Täglich entführt im Louvre Mona Lisas lichtvoll-tiefes Lächeln tausende Besucher aus aller Welt in die Genussstube menschlicher Emotionen. Kerstin Amend-Pohlig (Coburg) konkretisiert in ihrer malerisch analog-digitalen Kunstlinie - Mona Lisa Pralinés - die Schlüsselreize reinen Wertschätzens. Einstimmigkeit des Positiven, die Summe aus Ursache und Wirkung sind Auslöser für imaginäre Wege eines friedlichen Miteinanders.

Hans Kronenbergs (Bamberg/ Stegaurach) Architekturobjekte sind „Verkleidungs-Stücke“. Sinnentfremdete Holzteile verknüpfen architektonisch-übergreifend Kulturschätze. Strukturen bringen uns auf die Fährte - Wertigkeiten zu orten, Urformen und Quellen des Wertegefüges neu zu erschließen, zu überdenken und in Einklang
zu bringen.

Antje Fries (Erlangen) zeigt in ihrer Malerei den Respekt vor sich selbst.
4 Anschnitte aus der Mitte zeigen, dass schöne Kleidung,
in der man sich wohlfühlt, das Selbstwertgefühl stärkt.


  • Maria Söllner
  • Walli Bauer
  • Kerstin Kassel
  • Lena-Maria Gräwe
  • Dagmar Ohrndorf

Maria Söllner (Bamberg) lässt mit Ihren „Genussscheinen“ Widersprüchlichkeiten und das Gefälle im  Wertesystem konkret werden. Sie überzieht gezielt Belanglosigkeiten mit Kunstwerten, lässt sie zu tiefsinniger Poesie werden. Darüber hinaus weisen ihre autonomen Zeichnungen und Übermalung darauf hin, dass der „Genussschein“ in Finanzkrisen für viele Kleinanleger zum Verlustschein, zum Desaster wird.

In den Radierungen von Walli Bauer (Bamberg) sieht der Betrachter anonymes Leben hinter Fenstern. Assoziationen verbinden sich mit dem Thema, das verschiedene Facetten anspricht: Alter – Fremde – Einsamkeit – Intimität – Distanz. Ihre Kunst hilft dem Betrachter, ein vom Leben gezeichnetes Gesicht mit all seinen Linien, Inseln, Brüchen und Abgründen zu verstehen, um eigene Gefühle zu klären.

Basis für die Installation - Tierisch-Respekt - von Kerstin Kassel (Igensdorf) sind die „10 Gebote der Indianer“ im Einklang mit der Natur und den Menschen. Ein dunkler Raum, leise Geräusche, Diashows, Tiere in verschiedenen Situationen und Farbsignale erzeugen ein Spannungsfeld, sind bewusster Stimmungsmotor im Reflexionsfeld.

Was an zwei Tagen des Februar 2012 (Süddeutsche Zeitung)  geschah, lässt Lena Gräwe (Bamberg) in brillanter Bildsprache dokumentarisch Revue passieren. Ihre malerischen Collagen vermischen Geschehnisse, menschliches Versagen und Unabänderliches. Was anfangs lose erscheint, erschließt sich einem Beziehungsfaktor, wird schlüssig in der Hoffnung auf Besinnung.

Zu aktiver Respektforschung fordert Dagmar Ohndorf (Altendorf) auf. Ihrer Installation gibt sie im wahrsten Sinne des Wortes die Funktionalität der Bodenhaftung mit Fußkontakt. Wagen wir es über die Kunst hinweg zu schreiten? Mit ambivalenten Gefühlen werden wir hierbei sicherlich konfrontiert. Der Schuhabdruck wird Teil des Werkes und ist Beweis für das Übertreten von Grenzen im Kunstraum.


  • Bernd Schaible
  • Monika Meinhart
  • Gerhard Jaugstetter
  • Adalbert Heil

Ganz im Sinne  J. Beuys „Denken ist bereits Plastik“, stellt Bernd Schaible (Bamberg / Frensdorf) die Geburt des „flexiblen Menschen“ zum Zwecke der Profitmaximierung auf den Prüfstand. Die Installation zollt zwei weiteren Persönlichkeiten Respekt in Wort und Bild: dem Zeichner Dan Perjovschi und dem Soziologen Richard Sennett. Anspielungen und Verknüpfungen fügen sich zu einem „Seestück in prekärer Lage“.

Monika Meinharts (Bamberg/ Stegaurach) Lichtobjekte lassen für einen Moment die Zeit still stehen. Die Schwerelosigkeit ihrer Fotografien zollen dem  Wert des Augenblicks Hochachtung - ist Impuls geladener Seelenmagnet. Für den O-Ton des Wegbereiters der Moderne - Paul Cezanne - entsprungen „Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will. Alles verschwindet.“, sind ihre Arbeiten Indiz.

Das Konzept - Alter - von Gerhard Jaugstetter (Burgwindheim) zeigt das Fortschreiten der Alzheimerkrankheit. In der Technik analoger Schwarzweißfotografie dokumentieren fünfzehn Porträts den Verlauf der Krankheit - das Auf und Ab, die glücklichen und die traurigen Momente der letzten Lebensjahre. Ein Appell an das Mitgefühl und die rechte Positionierung vom Rand der Gesellschaft - direkt in unserer Mitte!

In Adel Heils (Bamberg) Eisengussarbeit - Herr und Hund - bezieht das horizontale und vertikale Grundverständnis von Respekt eindeutig Position. Instinktives Annehmen - in Treue und ohne Hinterfragen - kommuniziert  in absoluter Ergebenheit mit der rohen Instanz - Autorität - dem Erwartungspotential des Gehorsams. In sich stimmig oder eher ein großes Missverständnis?