Stadtgalerie Bamberg - Villa Dessauer

Jüdisches in Bamberg

8. April bis 5. November 2017

Mit einem modernen Ansatz zeigt „Jüdisches in Bamberg" Spuren auf, die seit dem Mittelalter die in Franken lebenden Juden hinterlassen haben. Anhand historischer Quellen, Zeitzeugenberichten und zahlreicher Kunst- und Alltagsgegenstände berichtet die Ausstellung von der wechselvollen Geschichte, dem Ende und Neubeginn jüdischen Lebens in Bamberg.

Das über die Jahrhunderte hinweg konfliktreiche Zusammenleben mit der christlichen Mehrheit, Vertreibung und Pogrome sowie der tiefe Einschnitt durch den Nationalsozialismus führten dazu, dass die materielle und geistige Kultur der Bamberger Juden nur fragmentarisch überliefert ist. Die Ausstellung versucht die erhaltenen Spuren sichtbar zu machen und ihre Verknüpfungen in der Geschichte darzustellen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Archäologie und Geschichtsforschung wurden für die Präsentation anschaulich aufbereitet und einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Exponate aus allen Lebensbereichen geben einen Einblick in das gesellschaftliche und persönliche Leben der jüdischen Minderheit.

Teil der Ausstellung ist das Schicksal des jüdischen Mädchens Erika Löbl, deren wiederentdecktes Tagebuch 2016 unter dem Titel Von Bamberg nach Quito. Das Tagebuch der Erika Löbl, vom Stadtarchiv Bamberg und den Museen der Stadt Bamberg als Transkription veröffentlicht wurde. Sie berichtet darin unmittelbar über Ereignisse, die für sie, 1924 in Bamberg geboren, Ende der 1930er Jahre wichtig waren.

Erika Löbls Tagebuch ist ein weiteres Dokument der Ausgrenzung aus der Gesellschaft, aber auch des einschneidenden Verlustes der vertrauten Umgebung. Anhand ihrer persönlichen Schilderungen wird Geschichte hautnah erlebbar und bietet einen Ausgangspunkt für eine vielfältige Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Antisemitismus, Rassismus, Religion und dem Thema Flucht und Asyl aus unterschiedlichen Perspektiven.

Angebote für Schulen
Dies ermöglicht gerade auch Jugendlichen eine individuelle Annäherung an diese Themen und ist umso wichtiger angesichts unserer globalisierten Gesellschaft, die geprägt ist von wirtschaftlicher Unsicherheit, technischen Neuerungen, politischen Unruhen und Flüchtlingsbewegungen, um ein politisches Bewusstsein herauszubilden und die Freude an der aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft zu entwickeln.  

Daher wird zur Ausstellung ein breites museumspädagogisches Programm angeboten, das sich an den Lehrplänen der einzelnen Schulformen orientiert. Es lässt sich sehr gut in die verschiedenen Schulfächer integrieren, in denen dieser wichtige Teil der Bamberger Geschichte behandelt wird.

Katalog zur Ausstellung:
Jüdisches in Bamberg. Begleitbuch zur gleichnamigen Ausstellung. Schriften der Museen der Stadt Bamberg, Nr. 51, 2013, Hanemann, Regina (Hrsg.)  ISBN 978-3-86568-898-9 Preis 25 €; erhältlich im Museumsshop und bei den Museen der Stadt Bamberg während der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0951.87 1142  oder per Mail an museum@stadt.bamberg.de.

Von Bamberg nach Quito. Das Tagebuch der Erika Löbl, hg. v. Horst Gehringer und Regina Hanemann, Veröffentlichungen des Stadtarchivs Bamberg, Bd. 24, erschienen im Erich Weiß Verlag Bamberg, ISBN  978-3-929341-47-8   und   978-3-940821-50-8, Preis 17,- € 

Die aufgeführten Titel sind im Museumsshop des Historischen Museums erhältlich und bei den Museen der Stadt Bamberg während der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0951.87 1142  oder per Mail an museum@stadt.bamberg.de bestellbar.

  • Die Postkarte zeigt die Synagoge als Sehenswürdigkeit gleichberechtigt zwischen der Oberpostdirektion und dem Landgericht, nach 1910. (Stadtarchiv Bamberg D 2088 + 9506)
  • Der Synagogenplatz in Bamberg, 1947. Die Fläche der 1938 zerstörten Synagoge mit Trümmern und Notunterkünften, Otto Rogler, Öl/Pappe
  • Porträt von Betty Goldschmidt, Tochter einer Kaufmannsfamilie. Es überdauerte auf dem Dachboden einer Hausangestellten, während ein Gegenstück unter dem Klima in der Emigration in Südamerika litt und verloren ging. Seit 2001 als Dauerleihgabe bei den Museen der Stadt Bamberg. (Historisches Museum Bamberg, Inv. Nr. 1133; Fr. Bruner, Öl/Leinwand, 123 x 83 cm, 1885)
  • Siegelstock der Vertretung der Juden im Hochstift Bamberg mit deutscher und hebräischer Inschrift „Judendepudirte zu Bamberg/Die Vorsteher von Bamberg und Umgebung“, nach 1800, © Historischer Verein Bamberg [HVB 1108]
  • Erika Löbl am Bahnhof von Würzburg, 1938

Mit freundlicher Unterstützung von:

Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Oberfrankenstiftung
Bayerische Sparkassenstiftung
Stiftung der Sparkasse Bamberg
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
Medienpartner Fränkischer Tag, Mediengruppe Oberfranken

 

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Pfingstmontag, 14.8., 2.10., 30.10. geöffnet