Sammlung Ludwig Bamberg

Peter und Irene Ludwig Stiftung

Seit 1957 sammelte das Ehepaar Ludwig erklärtermaßen Kunst für Museen der öffentlichen Hand. Auf diese Weise entstand eine der größten Privatsammlungen der Bundesrepublik. Nach dem Tod Peter Ludwigs 1996 überführte Irene Ludwig die „Ludwig Stiftung für Kunst und internationale Verständigung GmbH“ in die „Peter und Irene Ludwig Stiftung“. Schenkungen und Dauerleihgaben der Sammlung Ludwig sind heute in über zwanzig Museen der Öffentlichkeit zugänglich. Die Stiftung unterstützt zudem Ausstellungen, den Erwerb und die Restaurierung von Kunstobjekten sowie Publikationen und fördert den interkulturellen Dialog. 1995 übergab das Ehepaar Ludwig weite Teile seiner Sammlung barocker Porzellane und Fayencen als Dauerleihgabe der Stadt Bamberg, die sie  im Alten Rathaus ausstellt. Darüber hinaus unterstützt die Stiftung Ludwig die Museen der Stadt Bamberg immer wieder bei der Finanzierung von Publikationen und Ausstellungen. 
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Nachruf

Professor Dr. h.c. mult. Irene Ludwig

Am 28. November 2010 verstarb Frau Professor Dr. h.c. mult. Irene Ludwig in Aachen.
Seit 1995 hatte Frau Ludwig eine enge Beziehung zur Stadt Bamberg, denn damals überließ sie gemeinsam mit ihrem Mann Peter Ludwig ihre Porzellan- und Fayencesammlung der Stadt als Dauerleihgabe. Den Bambergern ist die Sammlung Ludwig im Alten Rathaus bestens vertraut, in der Fachwelt ist sie als eine der besten und qualitätsvollsten Porzellansammlungen Europas berühmt. Die neue museale Nutzung des pittoresken Alten Rathauses, das zuvor als Ämtergebäude genutzt worden war, ermöglicht den Museumsbesuchern nun auch den Zutritt zu einem der schönsten Gebäude Deutschlands und die Besichtigung des Rokokosaals. Mit im Gepäck war damals auch die barocke vielfigurige Großkrippe, bekannt als „Ludwigskrippe“, die seit ihrer Neuaufstellung im Flussgeschoß des Alten Rathauses die Besucher der Krippenstadt Bamberg erfreut.

Nach dem Tod von Peter Ludwig im Jahr 1996 reiste Frau Professor Ludwig fortan alleine nach Bamberg. Mindestens einmal im Jahr besuchte sie die Stadt und ihre Sammlung und erfreute sich immer aufs Neue über die gelungene Präsentation im Alten Rathaus. Die Sammlungen Ludwig in Köln, Aachen, Wien, Budapest, Peking und eben auch Bamberg umfassen insgesamt über 12.000 Objekte von der Antike bis zur Gegenwart. Besonders ans Herz gewachsen war Irene Ludwig aber die Keramik und so kannte sie jedes einzelne Stück, wusste um die historische Bedeutung der Porzellane und konnte etwas zu den Umständen der Erwerbung erzählen. Bei ihren Besuchen erzählte sie gerne, welche ganz persönliche Geschichte sie mit dem einen oder anderen Objekt verbindet. Es war immer ein Erlebnis, sie auf ihrem Rundgang durch die Sammlung zu begleiten, denn als studierte Kunsthistorikerin hörte sie nie auf, genau hinzusehen, die Kunst der Maler zu bewundern oder auch einmal ein in ihren Augen überladenes Service einem strengen Urteil zu unterwerfen.

Gerade in diesem Jahr lieh sie den Museen der Stadt Bamberg für die  Sonderausstellung „Im Fokus: 300 Jahre Meißen. Glanzstücke aus der Sammlung Ludwig“ großzügig eine ganze Reihe von Meißener Stücken aus ihrem privaten Wohnhaus. Über die von ihr gegründete Peter und Irene Ludwig-Stiftung unterstützte sie die Museen der Stadt Bamberg auch immer wieder bei der Finanzierung von Publikationen und der Gestaltung von Ausstellungen.
Die Stiftung wird diese Arbeit von Irene Ludwig weiterführen.