Sammlung Ludwig Bamberg

Frühlingserwachen in der Sammlung Ludwig

Der Frühling aus einer Serie der vier Jahreszeiten. Meißen, Johann Joachim Kaendler und Johann Friedrich Eberlein, um 1750. Der Frühling in Gestalt einer jungen Frau ist durch zahlreiche Blüten charakterisiert, die auch den Gewürzbehälter umgeben. Allegorien der Jahreszeiten als Tafelzier waren im 18. Jahrhundert besonders beliebt.

noch bis 10. April 2016

Das Erwachen der Natur im Frühling ist jedes Jahr wieder ein Fest für die Sinne. Frische, bunte Blumen ins Haus zu holen gilt als Ausweis von gepflegtem Lebensstil. Was in der modernen Überflussgesellschaft problemlos und für wenig Geld zu haben ist, war früher nur gehobenen Schichten zugänglich.

Die Fürstenhöfe waren stolz auf ihre Sammlung seltener Pflanzen und prächtiger Blüten. Unter dem Begriff „Blumenkünste“ verstand man die Fähigkeit, Farbe, Duft und Größe von Blumen zu verändern und in beheizten Gewächshäusern Blumen auch außerhalb der Saison zu ziehen. Standesgemäß sollten die Blumen dann auch in besonders schönen und kostbaren Gefäßen zur Geltung kommen.
Blumenvasen, die selbst schon wie Schmuckstücke wirken, gab es in vielen Größen und Formen. Viele Manufakturen suchten sich gegenseitig zu übertreffen, was die Qualität und Vielfalt ihrer Dekore anging: Die Schönheit der Blumenmalerei trug zum guten Ruf einer Marke entscheidend bei.

Porzellanfiguren hatten den Zweck, die festliche Tafel zu schmücken und die Tischgäste zu erfreuen. Sie wurden für den Luxus geschaffen und zeigten gerne die Sonnenseite des Lebens. Beliebt waren Serien der vier Jahreszeiten und heitere Motive aus der Natur. Die Gartenkunst, der während der gesamten Barockzeit ein zentrales Thema bildete, bestimmte auch die Dekoration der Speisetafel wesentlich.

Diese Aspekte des Frühlings sind vom 12. März bis zum 10. April in einer Sonderausstellung im Flussgeschoss der Sammlung Ludwig Bamberg zu bewundern.

 

Während der Baumaßnahme an der Oberen Brücke ist das Alte Rathaus mit der Sammlung Ludwig Bamberg von der Stadtseite her kommend über den Eingang auf der Unteren Brücke erreichbar. Der Haupteingang im Torbogen auf der Oberen Brücke ist nur vom Domberg her kommend erreichbar.

  

MUSEEN DER STADT BAMBERG Sammlung Ludwig Bamberg
Altes Rathaus Obere Brücke 1 96047 Bamberg Di–So 9.30 –16.30 Uhr
Tel. +49 (0)951.87 1871 (Kasse) +49 (0)951.87 1142 (Verwaltung)
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  • Gärtner, Fulda, Valentin Schaum, um 1765–70, Detail
  • Musizierende Kinder, Mennecy, um 1755. Die kindlichen Musiker mit Strohhut und Schleifchen an Kleidern und Schuhen haben sich im Freien niedergelassen. Das Mädchen hält eine gerade eben gepflückte Blume in der Hand.
  • Teller, Nymphenburg, um 1750, Detail
  • Drei Deckelvasen, Venedig, Vezzi, 1720–27. Deckelvasen wurden immer als Gruppe und in unterschiedlichen Größen gefertigt, so dass sie symmetrisch auf den Kaminsims oder das Büffet gestellt werden konnten. Dieses Vasenensemble wirkt durch die großflächige Bemalung mit Tulpen und Nelken sehr dekorativ.
  • Frankenthaler Blumenmalerei, Detail, Frankenthal, um 1762-70. Viele Manufakturen suchten sich gegenseitig zu übertreffen, was die Qualität und Vielfalt ihrer Dekore anging: Die Schönheit der Blumenmalerei trug zum guten Ruf einer Marke entscheidend bei.