Historisches Museum Bamberg


Die Zeit heilt keine Wunden │ Restaurierte Objekte aus der Sammlung des Historischen Vereins Bamberg e.V.

Gerichtsbuch 1547-1556; Hinterer Deckel durch Holzwurmbefall stark geschädigt; Ergänzung des hinteren Deckels.

noch bis 4. November 2012  

Die seit 1830 bestehenden Sammlungen des Historischen Vereins Bamberg umfassen neben Archivalien Kunst- und Kulturgut auch viele archäologische Fundstücke. Die Sammlungen werden derzeit mit großem Aufwand restauriert. Mit seiner Ausstellung möchte der Historische Verein die Möglichkeiten und Grundsätze einer Restaurierung von heute zeigen, bei der Erhalt und nicht die Verschönerung der Sammlungsstücke das wichtigste Ziel ist.

Seit seiner Gründung im Jahre 1830 sammelt der Historische Verein Bamberg Zeugnisse der Geschichte und Kultur aus dem Gebiet des ehemaligen Hochstifts Bamberg. Die Sammlung umfasst archäologische, kunst- und kulturhistorische Objekte, Archivalien, Grafik, Bücher, Handschriften, Münzen und Medaillen.
Die Erhaltung dieser Sammlung stellt für den Verein eine große Herausforderung dar. Er ist daher bemüht, die Objekte gemäß dem Stand heutiger Restaurierungspraktik fachgerecht konservieren und restaurieren zu lassen. 

Vorrangig bei allen Maßnahmen ist die Erhaltung der auf uns gekommenen Substanz eines Objekts. Seine spezifische Geschichte mit Abnutzung, Veränderung und Alterung muß ablesbar bleiben. Nur so behält es seine individuelle Aussagekraft und nur so können technologische Kenntnisse zu Material, Herstellungstechnik und Verwendung gewonnen werden, die eine Wertung im historischen Kontext ermöglichen.

Unsachgemäße Eingriffe können diese Authentizität verfälschen oder gar zerstören. Alle Maßnahmen müssen daher an die spezifischen Anforderungen angepasst werden, die das Objekt bzw. sein Erhaltungszustand vorgeben. Der Restaurator darf nur solche Techniken und Maßnahmen anwenden, die nach aktuellem Kenntnisstand den ideellen und materiellen Bestand des Kunst- und Kulturgutes nicht gefährden und künftige Maßnahmen nicht behindern.

Begleitet wird jede Restaurierung von einer Dokumentation, in die technologische Analysen, Befunde, getätigte Arbeitsschritte und verwendetete Materialien eingehen, damit diese Maßnahmen bzw. ihre Auswirkungen jederzeit nachvollziehbar bleiben.

Mit dieser Ausstellung will der Historische Verein einen Querschnitt der in den letzten Jahren restaurierten Objekte unterschiedlicher Materialgruppen präsentieren. Gleichzeitig möchte er sich damit für die vielfältige Unterstützung durch Stiftungen, Privatpersonen und die öffentliche Hand bedanken. 

 

  • Christus als Gärtner, Seidenstickerei, 18. Jh., Vorzustand: aufgeklebt auf säurehaltiges Papier, Abnahme, Konsolidierung auf textilem Träger
  • Teil eines Wirtshausauslegers, Ende 18. Jh., Vorzustand vor der Restaurierung, Verschmutzung, Korrosion, Deformierung, Abplatzung der Farbfassung
  • Portrait eines unbekannten Herren, 18. Jh., Vorzustand: Farbabplatzungen
  • Prozessionsstange, 18. Jh., Vorzustand, Farbfassung und Verzierung abgestossen
  • Kruzifix, 13. Jh., Arbeitsfoto Reinigung