Ausstellungen

Big Bam Boom │ Ein Ausstellungsprojekt der Museen der Stadt Bamberg

Gemeinschaftsbild von Künstlern der Lebenshilfe Bamberg e.V.: 'Großes Universum', Kratztechnik, Barbara Held, Thomas Bräcklein, Richard Lengenfelder, Harald Betz, Timur Manapow

noch bis 4. November 2012

Noch bis zum 4. November 2012 ist im Historischen Museum Bamberg die Sonderausstellung Big Bam Boom │ Ein Ausstellungsprojekt der Museen der Stadt Bamberg mit der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg und akku e.V. zu sehen. Interessierte Besucher haben noch zweimal die Gelegenheit, an einer öffentlichen Führung mit Christiane Hartleitner und beteiligten Künstlerinnen und Künstlern teilzunehmen: jeweils Sonntag 28.10. und 4.11.2012, 14:00 Uhr.

Am Samstag, den 3.11.2012 wird Eva Jacob ab 14:00 Uhr in einer besonderen Führung großen und kleinen Kunstliebhaber den „Chinesischen Korb“ präsentieren. Er besteht aus einer Sammlung von etwa fünfzehn bis zwanzig Gegenständen, die als assoziative Brücke zwischen den Alltagsgedanken der Museumsbesucher und den in der Ausstellung gezeigten Kunstwerken benutzt  werden. Die Besucher können jeweils einen Gegenstand aus dem Korb wählen und ihn dann in Beziehung zu einem betrachteten Kunstwerk setzen. Die Gegenstände im Chinesischen Korb können beiläufig gesammelte alltägliche Gegenstände, aber auch ungewöhnliche oder gar auf ein Thema oder das Kunstwerk abgestimmte Dinge, etwa Musikinstrumente, Kleidungsstücke, Malutensilien, Pflanzen oder aus unterschiedlichen Kontexten gemischt sein.
Der Chinesische Korb kann einen spielerischen Zugang zur Kunst ermöglichen und die eigene Kreativität aktivieren. Die Kunstgegenstände sollen damit nicht erklärt, sondern sinnlich erfahren und damit ein individueller Zugang des Besuchers zum Kunstwerk ermöglicht werden.


Big Bam Boom, ein besonderes Projekt der Museen der Stadt Bamberg mit der Offenen Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg und akku e.V., lädt zur Entdeckung und Erforschung eines fantasiereichen Kunst-Universums ein – der Outsider Art. Ein Kunstgenre, das zurzeit einen bemerkenswerten Boom erlebt. Die Ausstellung greift dabei den Gedanken des Urknalls (engl. big bang) auf, der eine Singularität beschreibt, aus der heraus sich das Universum ständig erweitert und in seiner Vielfalt ausbreitetAn dieser Schnittstelle der Kunst, die im historischen Kontext auch als »Art Brut« (die rohe Kunst) vorkommt, kann in mehrfacher Hinsicht ein »Big Bang« lokalisiert werden. Zum einen, weil der »Outsider Art« immer wieder ur-gewaltige Schöpfungsprozesse zugeschrieben werden. Zum anderen, weil ursächliche Fragen nach der Autonomie der Künstlerpersönlichkeit berührt werden. Der Bedeutung dieser Kunst spürt die Ausstellung nach und bietet zugleich eindringliche Werke zum Kunstgenuss an, bei der jeder Besucher seinen persönlichen Urknall erleben kann.

 

Lebenshilfe Bamberg trifft akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V.
Zwei Ausstellungspartner treffen sich bei »Big Bam Boom« im Historischen Museum in der Alten Hofhaltung am Domplatz: Zum einen die Lebenshilfe Bamberg mit ihren beiden Kunstprojekten „Lebenskunst“ und „OBArtissimo“.
Zum anderen der Gastpartner akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V., der sich als bundesweiter Verband zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit Autismus bereits einen Namen gemacht hat und 2010/11 mit großen Ausstellungen in der documenta-Halle, im Osthaus Museum und im Berliner Kleisthaus von sich reden machte. Mit der Zusammenstellung der Exponate wird ein vielfältiger Reigen der Kunstproduktion Bambergs und der Bundesrepublik sichtbar.

Flyer

Querschnitt und Werkauswahl

  • 'Farbregen', Spritztechnik, Kerstin Bauer, Barbara Held, Lebenshilfe Bamberg e.V.
  • Maske, Mixed Media	2000 - heute, Lilja Beer, akku e.V.
  • ohne Titel, Jonas Deierling, 2008, Acryl auf Leinwand, Muschelkünstler e.V.
  • 'Sankt Georg', 2006, Acryl auf Leinwand, Andreas Skorupa
  • 'Kleines Universum', Kratztechnik, Gemeinschaftsbild von Künstlern der Lebenshilfe Bamberg e.V.: Harald Betz, Timur Manapow, Barbara Held

Während die Lebenshilfe Bamberg einen Querschnitt der Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus eigenen Einrichtungen mit unterschiedlichen Ausrichtungen der vergangenen Jahre präsentiert, zeigt akku e.V. eine Werkauswahl autistischer Künstlerinnen und Künstler, die in Material und Motiv Bezug zum historischen Ort nehmen. Könige, Burgen, Steinskulpturen und Masken bilden den Grundstock dieses Ausstellungsteils. Darunter sind Werke der privaten Produktion ebenso zu finden wie solche, die in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Initiativen entstanden. Unter anderem werden auch die informellen Werke der acht Muschelkünstler aus dem Raum Nürnberg vorgestellt.

Bei den beiden Kunstprojekten der Lebenshilfe Bamberg erhalten Menschen mit Behinderung, unabhängig von sprachlichen und intellektuellen Fähigkeiten, die Möglichkeit, ihre kreativen Ausdrucksformen zu entdecken und zu entwickeln. Im Vergnügen an der künstlerischen Tätigkeit entstehen so farbenprächtige Werke, die schöpferisch frei gestaltet sind und von einer unglaublichen Ausstrahlungskraft zeugen.


Ziele: Raus aus der Bedeutungslosigkeit u. mehr Vielfalt im Kunstbetrieb

  • 'Die gelb-roten Pflaumen', Angela Kramer, Obartissimo
  • 'Gespenster', Daniela Hentschel, oba
  • Objekt, Uwe Breckner, akku e.V., Papierobjekte, Materialmix, 1993-1996
  • 'Landschaft Frühling', Acryltechnik, Jasmin Heckel, Lebenshilfe Bamberg e.V.

Die Lebenshilfe Bamberg wie auch akku e.V. setzen sich für die Entmarginalisierung der Outsider Art und mehr Diversität im Kunstbetrieb ein, indem sie Künstlerinnen und Künstler mit Behinderungen Ausstellungsmöglichkeiten bieten, die zur fachlichen Anerkennung ihrer Werke beitragen. Dabei geht es bei den Kunstprojekten der OBA (Offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg) nicht um pädagogischtherapeutische Prozesse, sondern um den Spaß und das Vergnügen an der künstlerischen Tätigkeit.

Ziel der OBA ist es, Menschen mit Behinderung die verschiedenen künstlerischen Bereiche zugänglich zu machen und ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene kreative Kräfte zu entwickeln. In Kunstprojekten unter dem Logo „OBArtissimo“ entstehen so farbenkräftige Werke, die sich aus dem eigenen Inneren der Künstler entwickeln.

 

Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler:

akku – Autismus, Kunst und Kultur e.V.: Lilja Beer, Felix Beilstein, Uwe Breckner, Kai Dürrbaum, Matthias Elsen, Max Klocke, Michael Neubauer, Patrick Ott, Hagen Reinhard, Andreas Skorupa, Ingolf Zoller

Muschelkünstler e.V. - Verein zur Förderung von künstlerisch schaffenden Menschen aus dem autistischen Spektrum: Muschelkünstler Eva David, Jonas Deierling, Johannes Haag, Artur Lebtag, Christian, Lutsch, Peter Matthews, Anna-Maria Thomas und Nicolas Wolf

Lebenshilfe Bamberg: Kerstin Bauer, Harald Betz, Thomas Bräcklein, Annegret Erber, Carmen Fassold, Barbara Held, Daniela Hentschel, Sven Kilimann, Sabrina Kreidler, Christine Krzyszka, Richard Lengenfelder, Frank Licht, Anton Löwen, Timur Manapow, Stephan Stubrach, Christine Wellein, Oliver Wiechens

Weitere Informationen zum OBA Kulturfestival finden Sie unter: www.lebenshilfe-bamberg.de

 

Rahmenprogramm:

Sonntag, 15.7.2012 – 14:00 Uhr
Kuratorenführung mit Volker Elsen (akku e.V.)

Donnerstag, 19.7.2012 – 18:30 Uhr
Lesung/Rezitation der Lyrikerin Nora Gomringer: Genie und Wagnis


Nora Eugenie Gomringer, Lyrikerin, Poetry Slamerin und Leiterin der Internationalen Künsterlerhauses "Villa Concordia" Foto: (C) Tobias Bohm

Sie wissen, dass das Originalzitat anders lautet und recht landläufig ist. Aber ist es auch wahr? Wie nah liegen Genie und Wahnsinn beieinander? Dies zu ergründen ist ein Wagnis, Die Lyrikerin Nora Gomringer widmet sich dieser Herausforderung aus der Sicht der literarischen Produktion von erwiesenen und verkannten Genies, bekannter und nie offiziell ausgerufener Wahnsinniger. Was heißt überhaupt wahnsinnig? Gomringer will von einer Art erweiterter Sinnesaktivität ausgehen und verspricht deshalb, dass dieses Lesungsprogramm Sie staunen machen und Ihnen ein Lachen schenken wird (das mitunter im Hals stecken bleibt), denn - das wissen wir seit Theodor Storm: "Literatur ist eine böse körperliche Sache". Dieses Wagnis hält Texte von Friedrich Nietzsche, Birger Sellin, Dieter Bohlen, Oscar Wilde, Albert Einstein, Shakespeare, Lady Gaga, Arthur Schopenhauer u. a. bereit, ist pausenlose 70 Minuten lang und fordert Sie heraus. Lassen Sie sich ein!

 

jeweils Sonntag  22.7./16.9./14.10./28.10. und 4.11.2012, 14:00 Uhr Führungen mit Christiane Hartleitner und beteiligten Künstlerinnen und Künstlern

Sonntag, 5.8.2012 – 14:00 Uhr
Ateliergespräch mit Eva Mack (Muschelkünstler e.V. )

Samstag, 8.9.2012 – 14:00 Uhr
„Gestalterisches Experiment - Spüren und Fühlen“
Workshop mit der Künstlerin Ulla Reiter

Samstag, 15.9.2012 – 14:00 Uhr  und
Samstag,  3.11.2012 – 14:00 Uhr
Spielerische Führung „Chinesischer Korb“ mit Eva Jacob

Öffentliche Führungen € 3,- (p. P.) zzgl. Eintritt
Angemeldete Gruppenführungen € 3,- (p. P.) zzgl. Eintritt
Führungspauschale (Gruppe unter 15 Personen) € 45,-
(fremdsprachig € 60,- zzgl. Eintritt) Führungen sind buchbar über Tel. 0951.87 1142 (Verwaltung) oder per E-Mail: museum@stadt.bamberg.de

 

Übrigens:
Eine aktuelle Ausstellungsbegleitung finden Sie z.B. auch in der Bamberger Onlinezeitung:

Zur Vernissage von BIG BAM BOOM

"Mit Mut und Ausdauer"